Der zweite Glücksfall ist der Ochs von Otto Edelmann. Richard Strauss hat sich immer dagegen gewehrt, dass man diese Figur als ein ‚scheußliches, ordinäres Ungeheuer mit gräulicher Maske und Proletariermanieren’ dargestellt hat. Demgegenüber erfüllt Otto Edelmann die Forderung des Komponisten nach einer ‚ländlichen Don-Juan-Schönheit’ von etwa 35 Jahren, nach einem ‚verbauerten’ Kavalier, dem es in der Wiener Stadt gar nicht gefallen will. Seine wahllose Schürzenjägerei geschieht nicht ohne sanguinischen Charme; jovial und genießerisch, ist er doch im Innersten der ‚aufgeblasene, schlechte Kerl’, von dem die Feldmarschallin, und der Schmutzian, von dem Strauss spricht. Die Ablehnung durch die fünfzehnjährige Sophie entspringt daher einer instinktsicheren Scheu, nicht dem trotz allem ‚präsentablen’ Äußeren. Auch gesanglich erfüllt Otto Edelmann alle Anforderungen der Partie, vor allem in dem übermütigen Vortrag des berühmten Walzers.

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